Samstag, 5. März 2016

Pirmasenser Zeitung 3.3.2016 von Markus Fuhser

Ein Troubadour der leisen Art

Henrik Geidt mit Jörg Jenner im „Pünktchen und Anton “

Zum zweiten Mal im „Pünktchen und Anton“ zu Gast waren Henrik Geidt (vorn) und Jörg Jenner. (Foto: Fuhser)
Wer keinen großen Namen hat, und wer hat den schon, der tut sich schwer in der Pirmasenser Livemusik-Landschaft. So ist es Henrik Geidt hoch anzurechnen, dass er nun schon zum zweiten Mal im „Pünktchen und Anton“ auftrat.
Im Saarland ist der Sänger deutschsprachiger Chansons zuhause und die doch größere Nähe unserer Nachbarn zum Französischen mag auch den seltsam ambivalenten Begriff, einerseits deutsch, andererseits Chanson, erklären. Geidts Lieder und Texte könnten auch Schlager genannt werden, wäre der Begriff bei uns nicht hoffnungslos aufs Seichte ausgerichtet. Und die Zeit des Nationalsozialismus hat das ihre getan, um die Tradition des deutschen Schlagers der 20er Jahre radikal zu kappen. Doch in der weiten Welt des Pop hat auch der witzige, melancholische, scharf- wie auch unsinnige Liedtext wieder ein warmes Plätzchen gefunden, wo er blühen und gedeihen darf.
So muss sich Geidt mit seiner Kunst zwischen Pop und Liedermachern verorten lassen, was zählt am Ende, ist eh die Komposition aus Text und Musik an sich. Der studierte Musiker gibt an seinem elektronischen Klavier, das auch mal wie ein Harmonium klingt, den abgeklärten, eleganten Unterhalter, stark unterstützt von Jörg Jenner am Kontrabass, der auch mal ganz eigen eine zweite Stimme im Refrain oder einen winzig-kurzen Kommentar einfließen lässt.
Geidts Texte sind hochverdichtete Erzählungen aus dem Alltag, oft mit leiser Ironie durchwirkt, die auch als Gedichte für sich stehen könnten. Doch erst mit der „Minimalmusik“ von ihm an den Tasten und den Jennerschen Kontrabassläufen wird meist ein kleines Kunstwerk draus. Sei es der Blick auf den Marketingwahnsinn mit Punktesammeln und dem Drücken von Zufriedenheitsknöpfen im Baumarkt, oder der Selfie-Stick, der überall in die Welt ragt, um den Fotografen weiblich wie männlich optimal beim Stützen des schiefen Turms zu Pisa, mit der Mona Lisa oder auch der Queen aufs digitale Bild zu bannen.
Man muss diese Art der Weltbetrachtung mit leiseren Tönen natürlich mögen, die sanfte Melancholie, die Liebeslieder wie „Sommer 84“ und auch die Liebeserklärung an die kleine Tochter („Eine die mich mag“) grundiert. Musik, die sehr gut ins Pünktchen und Anton passt, auch wenn, siehe Intro des Textes, an diesem Abend noch reichlich Platz war. Auch seinen Zwiespalt bei der Kindererziehung hat Geidt in Verse gefasst: Mit dem Strom zu schwimmen mag leichter sein. Doch des Vaters Segen hat das Kind auch, wenn es, weil das Herz es will, den eigenständigen „Weg der Dornen“ wählt. Das alles im Lied musikalisch gefasst von einem jazzigen Fender-Rhodes-Pianosound, und auch da passte Jenners Spiel auf dem Zupf- und Streichbass wunderbar.
Doch Geidt kann auch etwas – für seine Verhältnisse – boshafter, wenn es wie beim schwungvollen „rien ne va plus“ um Raffen und die Bankenwirtschaft geht oder ganz lokal um die äußerst schräge Marketingaktion „Frühling im Gewerbepark“. Vieles aus den musikalischen Kosmen von Klassik bis Rock zitiert der Klavierspieler, doch genauso raffiniert und beiläufig wie das Ironische in seinen Texten.
Fünf CDs hat der Chansonnier (ja, doch) schon produziert, die meisten der Lieder des Abends sind auf der letzten versammelt, die den Titel „Beziehungsweisen“ trägt. Wer sich ein Bild (und einen Klang) von der großen Kleinkunst des Sängers und Klavierspielers machen will, der hat auf www.henrikgeidt.de einige Gelegenheiten dazu. (mfu)

Mittwoch, 2. März 2016

Pressetext zur Veröffentlichung der CD "Rien ne va plus"

Pressetext: Henrik Geidt und seine neue CD “Rien ne va plus” (VÖ 21.03.2014)

"Gerade auf Chansons wie “Rien ne va plus” haben wir lange warten müssen in diesem Land. In Frankreich guter Ton und Tradition, gelingt es Geidt nun nahezu erstmalig Eleganz und beißende Sozialkritik auch in deutscher Sprache zusammenzuführen. Charmant seziert der Herr mit der Melone die Tragik unseres Finanzsystems - und behält dabei sogar seine Würde. Gerade das ein künstlerischer Wesenszug, den nun wahrlich nicht jeder Liedermacher für sich beanspruchen kann." (David Wonschewski, Gründer von “Ein Achtel Lorbeerblatt” / Jury-Mitglied der Liederbestenliste)

"Ihr jüngstes Album "Rien ne va plus ist rundum sauberes Handwerk. Tadellos die Texte, die unaufdringlichen Interpretationen wie feinen musikalischen Arrangements. Verneigung!"  
(Jochen Arlt, Nominator /Juror Preis der deutschen Schallplattenkritik )

Im vergangenen März ist es gewesen. Auf der kleinen Bühne eines kleinen Liedermacherfestivals, welches wiederum in einem – wie kann es anders sein – kleinen oberbayerischen Städtchen stattfand. Dort stand der Saarbrücker Chansonnier Henrik Geidt gemeinsam mit seinem Kontrabassisten Jörg Jenner auf der Bühne, zog alle Register seines reichhaltigen Könnens und musste dennoch feststellen, dass er es beim mundartverwöhnten Publikum alles andere als leicht hatte mit seinen so elegant durchkomponierten und in lupenreinem Hochdeutsch dargebotenen Liedern. Einer dieser Momente, die schnell zu einem Waterloo zu werden drohen. Aus der Geidt jedoch das genaue Gegenteil hat werden lassen: Eine Trendwende. Er bot der Situation die Stirn, holte sich beim Liedermacherfestival in Geretsried den Jury-Preis – und ist selbst am meisten überrascht, wie sehr er seitdem in aller Munde ist. Ein neues Gefühl, ein ungewohntes Gefühl. Vor allem aber: ein längst überfälliges Gefühl.
Seit 2008 veröffentlicht der studierte Musiker bereits CDs, zum größten Teil herausgebracht auf seinem eigenen Label BlueTongueClub – und weiß damit um die Untiefen, die das Musikbusiness mit sich führt. Nein, geschenkt wurde dem so elegant und distinguiert auftretenden Herrn, der bevorzugt im Anzug mit Schlips und Melone auftritt, bis dato nichts. Überhaupt nichts. Und das, obwohl er in den Bereichen Klavier und Gesang über eine für einen Liedermacher auffallend hohe akademische Vorbildung verfügt. Henrik Geidt wollte sich nicht nur seinen eigenen Weg bahnen – er musste es schlichtweg. Eine Notwendigkeit, die Spuren hinterlassen hat. Positive Spuren, wie wir – und so auch die Jury in Geretsried - anhand seiner gerade erst erschienenen sechsten CD ”Rien ne va plus” nun verblüfft feststellen dürfen. Denn dass Henrik Geidt in musikalischer Hinsicht locker mit den großen Chansonniers mithalten kann, das steht bereits seit seiner vom Jazz inspirierten Platte ”Ein neuer Tag, ein neues Glück” außer Frage. Eine Expertise, die ihn in den zurückliegenden Jahren jedoch mehr zu hindern als denn nach vorne zu katapultieren schien, verhedderte er sich nach Art aller vielseitig Begabter doch in der schieren Menge eigener Möglichkeiten. Und so hinterließen seine weiteren Alben zwar vor allem im Saarland einen vollkommen zu Recht großen Eindruck und ließen ihn auch zu einem Stammgast in dortigen Radiostationen und einer regionalen Bekanntheit werden, nur ein eigener und unverkennbarer Geidt-Stil wollte sich einfach nicht herausschälen - bisher. Denn hören wir nun die neuen Chansons, die Geidt uns auf ”Rien ne va plus” präsentiert, so hören wir eine Klangfarbe und vernehmen einen Tonfall, den er sich hart erarbeitet hat in der zurückliegenden Zeit. Dem man genau diese Hartnäckigkeit und diesen unbedingten Willen, das eigene musikalische Handeln immer wieder neu auf den Prüfstand zu stellen, mit keiner gespielten Note anhört. Charmant, elegant und unaufdringlich pointiert, so präsentiert sich Henrik Geidt in seinen elf Stücken – und besetzt damit eine in unseren Landen noch nicht geschlossene Lücke des deutschsprachigen Chansons. Eine Lücke, die irgendwo zwischen Klaus Hoffmann und Malediva liegt und somit Momente der Sehnsucht und Versonnenheit mit einer Prise verschmitzter Lässigkeit vereint.
Und so ist aus Henrik Geidt, der vor einigen Jahren noch zwischen Pop, Schlager und Jazz anzusiedeln war, gemeinhin über Nacht eines der faszinierendsten Exemplare der Gattung Chanson geworden, feiert er in den 11 auf der neuen CD enthaltenen Stücken doch nicht weniger als: das Leben. Er seziert brillant und beschwingt unsere Finanzgesellschaft im Titelsong ”Rien ne va plus”, beweist sich als hintergründiger Alltagsphilosoph in ”Besserwisser” – und rührt alsdann zu Tränen im Vater-Tochter-Stück ”Eine, die mich mag”.
Und so wundert es überhaupt nicht, dass nicht nur die Jury des Liedermacherfestivals in Geretsried Geidt endlich aus dem rein saarländischen Fokus herausholte, sondern inzwischen auch die Jury der Liederbestenliste, in die er jüngst einstieg mit ”Eine, die mich mag”, sowie das Liedermachermagazin ”Ein Achtel Lorbeerblatt”, welches ihn zuletzt wiederholt portraitierte.
Ja, es ist nicht länger zu leugnen. Spätestens seit Geretsried hat sich etwas geändert in der öffentlichen Wahrnehmung dieses Musikers. Wirklich wundern kann das jedoch niemanden mehr. Denn so fabelhaft das Saarland ist – um weiterhin nur dort einen Namen zu haben, nein, dafür sind die Chansons von Henrik Geidt denn doch entschieden zu groß.

Konzertkritik 29.02.2016 RHP Pir von Fred Schütz

Quelle: RHP Pir vom 29.02.2016, Fred Schütz

CD Rezension "Beziehungsweisen" von Fred Schütz

Quelle: RHP Pir vom 23.02.2016, Fred Schütz

Sonntag, 14. Juni 2015

Rezension "Beziehungsweisen" Juni 2015 EAL


von David Wonschewski
Es gäbe für ihn, so ließ Henrik Geidt anlässlich der Veröffentlichung seines letztjährigen Albums „Rien ne va plus“ verlauten, bisher schlichtweg keinen Anlass das Saarland zu verlassen. Ein Statement, das in erster Linie privater Natur ist, lebt der so umtriebige und weitgereiste Chansonnier doch seit seiner Geburt dort. Ein Umstand, der – und damit schlagen wir den Bogen zum künstlerischen Bereich – von den Medien bisher allerdings wahlweise als Alleinstellungsmerkmal oder aber Stigma kommuniziert wird. Denn seit der studierte Musiker 2008 sein Debütalbum vorgelegt hat, hat Henrik Geidt sich fraglos zu einem der zuvorderst zu nennenden Chansonniers seines Bundeslandes entwickelt, dessen Lieder gern gesendet werden über die Kanäle des Saarländischen Rundfunks – jenseits seiner Heimat ist bis dato dafür umso abrupter Schluss, geht bei Sendeanstalten wie Veranstaltern allzu schnell und allzu unberechtigt der Vorhang runter. Zu Unrecht, wie er nun mit seiner CD „Beziehungsweisen“ zum – man weiß schon gar nicht mehr wievielten Male – unter Beweis stellt.
Seine Vielseitigkeit (Geidt verfügt neben dem Chanson auch über weitreichende Ausbildung und Erfahrung im Jazz, in der Kirchenmusik oder mit seinem Bariton auch im Opernbereich) stand dem sympathischen Saarländer bis zu „Rien ne va plus“ fast noch mehr im Weg als seine Herkunft; war dieser Vielseitigkeit bei aller fachlichen Brillanz doch anzuhören, dass der so sehr in seiner Heimat Verwurzelte musikalisch auf der Suche war. Pop-, Rock-, vereinzelt sogar elektronische Spielereien ließen zwar sofort aufhorchen unter jenen, die sich freuten über so viel ungebändigte Experimentierlust, sie ließen sich nur denkbar schlecht in Schubladen stecken, so dass Geidt schnell den Ruf bekam zwar mutig, aber kaum verlässlich einsortierbar zu sein.
Mit „Rien ne va plus“ erfolgte 2014 dann der Schwenk, Geidt beschloss seine diversen musikalischen Talente nicht mehr zeitgleich vom Stapel zu lassen und sich selbst einer klanglichen Reduktion zu unterziehen. Geidt am Piano, begleitet von seinem Freund und Kollegen, dem Kontrabassisten Jörg Jenner, mehr brauchte es nicht. Mut zur Sparsamkeit, so könnte man das Konzept nennen. Mit dem Geidt dementsprechend auch außerhalb des Saarlandes erste Erfolge feiern konnte. Beim Liedermacherfestival in Geretsried erhielt er den Jurypreis und – auch nicht von schlechten Eltern – eine Nominierung zum Preis der Deutschen Schallplattenkritik.
Und nun also „Beziehungsweisen“, eine Platte, die eindrucksvoll zeigt wie sehr ein nicht mehr ganz so breitgefächerter Stil wie ehedem doch zugleich eine künstlerische Fortentwicklung sein kann. Denn Geidt, es lässt sich nicht anders sagen, blüht auf. Bei aller Brillanz, so merkt man nun in der Rückschau, hatten die Chansons auf „Rien ne va plus“ dennoch stets ein wenig gewirkt als sei Geidt ein Autofahrer, der nachts und bei Nebel auf einer schlecht beleuchteten Landstraße unterwegs ist. Konzentration als höchstes Gebot. Davon ist auf „Beziehungsweisen“ nun gar nichts mehr zu verspüren, denn ohne sein so wunder passendes neues Klangkorsett zu verlassen versprüht der Chansonnier eine Spiellaune, die gerade in einem Lied wie „Allerletzte Runde“ mitsamt seiner so wirkungsvoll in Szene gesetzten Klarinette fast schon Klezmer-Züge trägt. Beschwingt reißt das Stück uns mit, unentrinnbar werden wir in diesen feierlustigen Refrain hineingezogen, werden verschluckt von Wein, Weib und Gesang.
Überhaupt diese leicht angesäuselten Liebeslieder, sie scheinen – mal romantisch, mal ausgelassen, mal sanft ironisch – Geidts wirkliches, sein neues Alleinstellungsmerkmal zu sein. Nicht weniger als das erkennen wir anhand einer Komposition wie „Wär doch mal schön“, in der es ihm gelingt die Härte des Beziehungsalltags spielerisch tänzelnd mit einem Schmunzeln unters Volk zu bringen, derweil „Das sogenannte Leben“ textlich wie eine expressionistische Landschafts- und Menschenbeobachtung in introvertiert-feinsinnigem Klanggewand daherkommt. Hätte das Lied keinen Refrain, keine Melodie – es wäre immer noch hohe Poesie.
Ja, es lässt sich nicht anders sagen, Geidts Liedermacherqualitäten entfalten sich am besten dann, wenn – wie auch im an und für sich etwas depressiv gehaltenen Gesellschaftsuntergangsstück „Die fetten Jahre“ – seine poetische Beobachterbegabung auf seine Lust an schwelgerischer musikalischer Untermalung trifft. Denn dann, immer dann wird aus dem Saarländer Henrik Geidt, vielleicht tatsächlich einem Chansonnier unter vielen, ein Künstler wie wir ihn – Reinhard Mey einmal außen vor gelassen – kaum, vielleicht gar nicht mehr finden in unseren Breiten: Der unaufdringliche, aber zu allem bereite Tröster. Auch auf „Rien ne va plus“ hatte es bereits diese Lieder gegeben, in denen Geidt unsere Hand nahm, um mit uns durch die Stürme des Lebens zu gehen. Dass sie uns hier, auf „Beziehungsweisen“, nun aber so nachhaltig berühren ist seiner Stimme geschuldet. Denn dass der ausgebildete Opernsänger keiner fachlichen Hinweise mehr bedarf, das dürfte außer Frage stehen. Dass es aber jemanden brauchte, der ihm das Vertrauen gibt auch hier ein paar Gänge runterzuschalten und darauf zu vertrauen, dass seine Stimme auch dann noch trägt, wenn sie ein wenig einbüßt von ihrer klassisch antrainierten Perfektion, ja sie dadurch einfach nur menschlicher und wärmer wird, näher an uns heranrückt, das ist offensichtlich.

https://einachtellorbeerblatt.wordpress.com/2015/06/05/rezension-henrik-geidt-beziehungsweisen/

Dienstag, 27. Januar 2015

Pirmasenser Zeitung 27.01.2015

Vom Leben und der Liebe

Der Komponist Henrik Geidt gastierte im „Pünktchen und Anton“

Henrik Geidt (links) und sein fulminanter Kontrabassist Jörg Jenner sorgten für einen bewegenden Abend im „Pünktchen & Anton“. (Foto: D. Müller)
Einen musikalisch sehr anspruchsvollen Start ins neue Jahr erlebten die Besucher in gemütlicher Runde im Pirmasenser Kulturcafé „Pünktchen & Anton“. Der Komponist, Sänger und Keyboarder Henrik Geidt war mit dem neuem Album „Rien ne va plus“ zu Gast, an seiner Seite Kontrabassist Jörg Jenner. Durch die Bank präsentierte er Songs, mit denen er das Leben und die Liebe und all die damit einhergehenden Höhen und Tiefen nachzeichnete.
Dabei fesselte der sehr selbstbewusst auftretende, aber dennoch sympathisch daher kommende Chansonnier mit bildgewaltigen Metaphern in tiefsinnigen, intelligenten Texten, die zum Nachdenken einluden und auch in melodischer Hinsicht ungemein farbenfroh in Szene gesetzt werden. Bei allem textlichen und musikalischen Tiefgang hatte Geidt dennoch jedem einzelnen Stück einen sehr eingängigen Charakter verpasst und ließ so seine Musik nicht verkopft erscheinen. Man spürte beim Hören der Lieder, dass da einer Emotion anstelle von Kalkül in die Waagschale geworfen hat, sonst wäre ein derart intensives Abtauchen in seine Geschichten für den Zuhörer überhaupt nicht möglich.
Eine latente Melancholie zieht sich selbst durch die positiver strahlenden Lieder des Saarländers, für den sein Keyboard glücklicherweise nicht einfach nur ein Begleitinstrument darstellt. Seine rechte Hand ließ die Melodien tanzen, die die Inhalte perfekt lange nachhallen ließen. Da war jedes einzelne Bindeglied und melodischer Hauptstrang in sich stimmig und ausgereift.
Und dank seiner feinen Texte, augenzwinkernder Betonung und seiner entsprechenden Mimik gab’s immer wieder auch was zu schmunzeln und so umspannte er all die Emotionen, die auch das echte Leben mit sich bringen sollte, im besten Fall. So hielt er jedem den Spiegel vor, in dem man seine eigenen Erfahrungen und Eindrücke des Lebens nachfühlen konnte. Es ist bedauerlich, dass einem solch bemerkenswerten Künstler nicht die großen Bühnen offen stehen. Aber andererseits können somit Kulturcafés wie das „Pünktchen & Anton“ extravagante Abende anbieten und den wirklich interessierten Musikliebhabern ein besonderes Event in intimer Atmosphäre bieten. (dir)

Rheinpfalz vom 26.01.2015 von Fred Schütz


Montag, 31. März 2014

Saarbrücker Zeitung 31.03.2014

Saarbrücken

Mit Wort und Akkord den Zeitgeist punktgenau getroffen

David Mallinowski
Liedermacher Henrik Geidt stellte am Samstag im Saarbrücker Café Jules seine neue CD „Rien ne va plus“ vor. Der ausgebildete Konzertsänger reimte und staunte dabei musikalisch gekonnt über die Ungereimtheiten des Lebens. (Veröffentlicht am 31.03.2014)

Saarbrücken. Er hat es einfach nicht mit Namen, aus seinem fahrigen Namensgedächtnis macht Henrik Geidt aber auch keinen Hehl. „Herr Soundso“ ist für den Pianisten inzwischen zum geflügelten Wort geworden. Die Namen der Zuhörer, mit denen er vor Beginn plaudert, hat er auf dem Klavierhocker längst vergessen. Brigitte Bardot erinnert der Chansonnier nur noch als „Frau Soundso“. „Kennen wir uns nicht?“ Seine schelmische Ausflucht: „Ich hab' ein Allerweltsgesicht.“ Dem eigenen Makel bewusst, ist der Liedermacher ein feiner Alltagsskizzierer. Das passt: Mareike Taubmann, der Inhaberin des Café Jules, wo Henrik Geidt am Samstagabend seine neue CD „Rien ne va plus“ vorstellt, entfällt während ihrer Anmoderation der Name des begleitenden Kontrabassisten. Henrik Geidt stellt seinen symbiotischen Mitarbeiter Jörg Jenner selbst vor.

Geheimtipp der Szene

Der Alltagsphilosoph weiß um die eigenen Fettnäpfchen, wohl aber auch um die, in die jedermann mal stapft. Der Geheimtipp der deutschen Liedermacherszene nimmt die historischen Fehltritte Barbarossas', Kolumbus' und Napoleons in Schutz – „Besserwisser“, so der Name des Stücks, sind schließlich vor allem erst hinterher immer schlauer. Der ausgebildete Konzertsänger reimt und staunt über die Ungereimtheiten des Lebens, am besten auszumachen beim Titelstück: „Damit es nicht sofort auffällt, wird es als relevant dargestellt.“ „Rien ne va plus“ behandelt die Finanzkrise und die Menschen, die sie hervorriefen. Henrik Geidt trifft Töne und Zeitgeist punktgenau, findet feine Akkorde zu treffend gewählten Worten. Die werden nicht hinausposaunt, sondern in sprachliche Raffinesse gehüllt. „Statt einer Waffe wähle ich die Stichnadel“, singt er. Die Stimme sonor und mit viel Wärme, das Klavierspiel fein harmonisiert und bes(ch)wingt arrangiert, lässt er in der Wohnzimmeratmosphäre des Cafés auch persönlich tief blicken, „Kinderzeit“ ist eine Ode an die selbige, „Eine, die mich mag“ die Liebesbekundung an die Tochter.

Zwischen Jazz und Pop

Musikalisch zwischen Liebes-Schlager („Süße Liebe“), Bar-Jazz zum Thema Gesprächsetikette („Darüber spricht man lieber nicht“) und süßem Pop (die romantisch getragene Liebesballade „Salz“) sozialisiert, lässt man sich von Henrik Geidt gern den Spiegel vorhalten. Er hat es zwar nicht mit Namen, wohl aber mit denen, die sie tragen.

Sonntag, 30. März 2014

Rezension "Rien ne va plus" 30.03.2014

http://einachtellorbeerblatt.wordpress.com/2014/03/30/rezension-henrik-geidt-rien-ne-va-plus/

Rezension: Henrik Geidt – Rien ne va plus
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von Sophie Weigand
Im Saarland ist Henrik Geidt bereits ein recht bekannter Name, für alle anderen außerhalb noch ein Geheimtipp. Der studierte Musiker mit Krawatte und Melone stand erst kürzlich in einem großen EAL-Interview Rede und Antwort, sprach über Bühnenoutfits und warum er denn immer noch im kleinen Saarland lebt statt in der pulsierenden Metropole. Nun erschien sein neues Album ,Rien ne va plus’, das, mit Unterstützung von Jörg Jenner am Kontrabass, Eleganz und einprägsame Arrangements bietet.
Schon das titelgebende Eröffnungsstück ,Rien ne va plus‘, ein bitterbös beschwingter Abgesang auf die scheinbaren Unabänderlichkeiten in Politik und Gesellschaft, bleibt unweigerlich im Ohr. Ein Stück, bei dem einem erst nach dem rhythmischen Wackeln diverser Körperpartien so richtig bewusst wird, worum es da geht. Korruption, Krise und Ungerechtigkeit, verpackt in beinahe tanzbarer Klaviermelodie.
Ganz anders da ,C’est la vie‘. Zwar geht es auch hier um Unabänderlichkeiten persönlicher und individueller Art, doch in wesentlich zarterem und melancholischerem Gewand. So ist das Leben – manchmal kann man nicht aus seiner Haut, auch wenn der Sprung über den eigenen Schatten so verlockend erscheint. Eine herrlich verträumte Melodie trägt dieses Stück über Möglichkeiten und Grenzen.
Dass Henrik Geidt aber auch einen ganz charmanten Humor sein Eigen nennt, zeigt sich in ,Besserwisser‘ und ,Herr SoundSo‘. So erzählt Besserwisser nicht etwa von einem unerträglichen solchen, sondern von zahllosen historischen Situationen, in denen dieser oder jener etwas hätte viel besser wissen müssen. ,Herr SoundSo‘ setzt hingegen dem partiellen Gedächtnisverlust ein Denkmal. Diesem Zusammentreffen mit jemandem, den man kennen müsste, dessen Name einem aber partout nicht einfallen will.
Auch Lieder der Liebe kann man auf Geidts neuer Platte finden. ,Salz‘, ,Halt mich’ oder ,Sommer 84‘ wecken Sehnsucht und Erinnerungen, vermutlich bei Publikum und Künstler gleichermaßen. Und so ist es erstaunlich, dass in nur elf Liedern ein solch abwechslungsreiches Repertoire auf der neuen CD Henrik Geidts Platz findet. Womit manch ein Künstler Doppel-CDs füllt, das kann ein anderer in viel komprimierterer und intensiverer Form darbieten.
Man merkt Henrik Geidt und seinen Liedern die klassische Ausbildung an. Seine Melodien sind ausgeformt und vielfältig, er selbst ganz eleganter Piano-Entertainer, ein bisschen unnahbar fast. Humor, Poesie, ein treibender Rhythmus und Melancholie wechseln sich auf ,Rien ne va plus‘ gekonnt ab, ergänzen sich. Dieses Album mag ,Rien ne va plus’ heißen – für Henrik Geidt als Künstler geht mit Sicherheit noch viel mehr!
www.henrikgeidt.de

Mittwoch, 16. November 2011

Saarbrücker Zeitung vom 16.11.2011

Saarbrücken. Was gibt es Besseres, als die Blaue Stunde mit entspannender Musik und anregenden Gesprächen zu füllen? Wer nach der Arbeit oder dem Einkaufen nicht gleich nach Hause hetzen will, kann jeden zweiten Montag eines Monats in der Mainzer Straße 78 einen Zwischenstopp einlegen. Mit seiner gemütlichen Lounge-Atmosphäre ist das Nebenzimmer des Hotels Kaiserhof eine Ruheinsel im hektischen städtischen Treiben - hier treffen Singer/Songwriter der saarländischen Szene auf ein aufmerksames Publikum, das sich gerne überraschen lässt.

Wie am Montag, als Henrik Geidt und Michael Riehm auftraten. Henrik Geidt konnte gleich drei Premieren feiern: Erstens holte er bisher nie veröffentlichte Lieder aus der Privatschatulle, trat zweitens zum ersten Mal mit dem Gitarristen Guido Allgaier auf und griff drittens erstmals selbst in die Gitarrensaiten anstatt auf die Tasten des Pianos. Das Öffnen der Schublade hat sich absolut gelohnt, denn Geidt verzauberte sein Publikum mit wunderbaren poetischen Texten, zum Beispiel mit einer Hommage an den Winter ("der Sommer wird gnadenlos überschätzt") oder mit einem Wehmutssong über die verlorene große Liebe. (...) kjs

Saarbrücker Zeitung vom 16.11.2011

Freitag, 23. April 2010

CD Präsentation SZ 22.04.2010

Saarbrücken. Können ist das eine. Selbiges an potentielle Klienten zu bringen, etwas anderes. Der saarländische Jazzsänger Henrik Geidt beherrscht beides. Vor einigen Jahren erschien der Nachfahre jener fast ausgestorbenen Zunft der Barpianisten und Crooner in der Blue-note-Landschaft - und zieht seitdem konsequent sein Ding durch. Eifrig bespielt Geidt hiesige Kleinbühnen und legt nun bereits die dritte CD vor. „Tarnen Tricksen Täuschen“, im Saarbrücker GuMa-Studio aufgezeichnet, enthält wieder ausschließlich Songs aus eigener Feder und wurde am Sonntag vorgestellt. Dass der Jazzclub im Domicil Leidinger nur sehr dünn besucht war, konnte Geidt weder von guter Laune noch Tatendrang abbringen – heiter führte er durch einen ebenso leichten wie gehaltvollen Abend. Geidts Konzept mit in Fantasie- und Bilder-reicher Sprache formulierten Texten zwischen bodenständigen Lebensweisheiten, Ironischem und Sentimentalem ging auf. Und wenn der Autor mal nicht sehr tief schürft, wurde das sogleich auch noch charmant thematisiert. Gesanglich hat Geidt über die Jahre stetig zugelegt, sein Stil der leisen Töne zeigt Geschmack und Klasse und ist weit von den großspurigen Manierismen etwa eines Roger Cicero entfernt. Und schließlich sind die dezent ohrwürmigen Melodien bei der aktuellen Truppe von Geidt (E-Piano) in besten Händen: Ein kompaktes Klangbild auf sicherem Rhythmusfundament - dank Dauermitstreiter Jörg Jenner (Kontrabass) und dem stringent trommelnden Hendrik Schneider groovte es hier anregend samtpfötig zwischen Swing, Latin-, Tango-Feeling und sehr zurückhaltend Rockig-Funkigem. Als ideale Partner empfahlen sich auch der „deutsche Toots Thielemanns“ Jens Bunge (Mundharmonika) und Arnulf Ochs, ein Gitarrist mit Händchen für die goldrichtigen Töne. Stefan Uhrmacher, Saarbrücker Zeitung

Montag, 15. Februar 2010

Neue CD von Henrik Geidt 18.06.2009

Eine wirkliche Marktlücke hat er wohl kaum aufgetan, bislang noch nicht – in unserer Region ganz sicher aber eine Nische gefunden. Henrik Geidt hat jene beinahe vergessene Kunstform des Barmusikers wieder entdeckt, der unaufgeregt in die Klaviertasten greift und ebenso unprätentiös singt. Der Saarländer ist ein Könner des lässig jazzigen Belcantos. In der Ära des Swing wurde sowas Crooning genannt. Während berühmte Crooner à la Bing Crosby und Frank Sinatra sich von ausgewachsenen Orchestern begleiten ließen, ist Geidt Chef der Combo BlueTongueClub, mit der er nun die zweite CD „Ein neuer Tag, ein neues Glück“ (Label BlueTongueClub) vorstellt. Einmal mehr ist Edelzunge Geidt sein eigener Komponist und Poet. Wie das Titel spendende, griffige Eröffnungslied bereits verrät, hat er neuerdings seine Muttersprache entdeckt und somit auch das Terrain des deutschsprachigen Chansons erobert. Unaufdringlich schlängeln sich die Melodien in die Gehörgänge, um sich nicht selten einzunisten – ähnlich die augenzwinkernd leisen Texte. Melancholisch belächeln sie das Leben und Überleben des Homo Geidtensis hier und heute. Eine kräftige Dosis Blue-notes extra auf der hörenswerten Scheibe spendet Mundharmonika-Crack Jens Bunge. Gemeinsam mit Christine Schyma, Patrick Schnur (BlueChipsChor) und Heiner Franz (Gitarre) unterstützt er die BlueTongue-Mitstreiter Burkhard Hornauer (Saxofon) und Jörg Jenner (Kontrabass). Stefan Uhrmacher, Saarbrücker Zeitung

Montag, 29. Juni 2009

Konzertbesprechung 29. Juni 2009 SZ

Blue Tongue Club spielte deutsche Chansons im leichten Jazz-Gewand
Gelungenes Konzert mit augenzwinkerndem Tiefgang

Riegelsberg. Die überaus passende Musik für einen lauen Sommerabend lieferten am Freitagabend die Band Blue Tongue Club in der Riegelsberger Rathausgalerie. Mit selbst komponierten und getexteten deutschen Chansons und der Unterstützung von Heiner Franz, Hendrik Schneider und Jens Bunge, die den Abend gemeinsam mit der Kombo in ein sommerleichtes Jazzkleid hüllten, spielten sie ein gelungenes Konzert. Alltägliche und historische Stoffe wie Geld, Liebe, Glück, Sex und Selbstüberschätzung präsentierte Sänger und Komponist Henrik Geidt stets mit einem Augenzwinkern.

So sang er vom Wunsch des Mannes, der Held einer Frau zu sein, von der Finanzkrise, historischen und notorischen Besserwissern und der Unheimlichkeit des Glücks, um zu den Erkenntnissen zu kommen: "Hinterher ist man immer schlauer", "Alle Straßen führen nach Haus'" und "Wir bleiben lieber sexy und sind dabei arm". Fröhliche Lebensweisheiten, die heiter bis nachdenklich stimmten, erinnerten in der Art des Vortrags das ein oder andere Mal an aktuelle deutsche Jazzgrößen wie Roger Cicero.

Dienstag, 13. Mai 2008

the storm is over

Es gibt sie zur Genüge, jene hyperaktiven Sänger, stets auf dem Sprung zur Koloraturen-geschwängerten Vokal-Akrobatik und auf der Suche nach dem pechschwarzen Timbre. Das alles ficht Henrik Geidt, Chef des saarländischen Trios „Blue Tongue Club“, nicht an. Unter Verzicht auf publikumswirksame Verrenkungen bringt der Jazzpianist sein sonores Organ auf coole und unverfälschte Art und Weise zum Klingen - und ruft damit Erinnerungen an die vermeintlich längst ausgestorbene Spezies der Barmusiker und Barjazzer wach. Anstelle der in jenen Kreisen stets griffbereiten Evergreens, Klassiker und Jazzstandards interpretiert Geidt auf der Blue-Tongue-Club- Debüt-CD „The storm is over“ nun jedoch gediegene Songs ausschließlich aus eigener Feder. Sie warten mit zahlreichen eingängigen Melodien auf und kreisen kurzweilig rund ums Thema Nummer Eins, von „Adam and Eve“ bis hin zum (Beziehungs-)Stress unserer Tage („Under Pressure“). Mit der in Eigenregie produzierten, entspannten Hommage an die goldene Ära der Entertainer sollte es für den Edel-Crooner und seine kompetent jazzenden Begleiter Johannes Müller (Tenorsaxofon) und Jörg Jenner (Kontrabass) ein Leichtes sein, ein fähiges Schallplatten-Label zu finden. Stefan Uhrmacher,
Saarbrücker Zeitung

Montag, 21. April 2008

Saarbrücker Zeitung 21.04.2008:
"Los gings im Stil klassischer Entertainer: Beim Trio „Blue Tongue Club“ keimte Barjazz-Atmosphäre längst vergangener Jahrzehnte. Mit sonorem Timbre spannte Sangesmann Henrik Geidt (Klavier) einen weiten Bogen von „Adam and Eve“ bis hin zum Stress unserer Tage („Under Pressure“). Nicht wenige der kunstvoll gestrickten Songs – allesamt aus Geidts Feder - ließen gediegene Hitqualitäten erkennen. Jörg Jenners zuverlässige Kontrabass-Linien und die zupackenden Soli Burkhard Hornauers (Saxofon) machten das swingende Hörvergnügen komplett." uhr

Mittwoch, 6. Februar 2008

Saarbrücker Zeitung 30.01.2008

Ausschnitt Saarbrücker Zeitung 30.01.2008, (Stefan Uhrmacher)
Blaue Zungen servieren perlende Blue-notes
"Kreativer Kopf von Blue Tongue ist Henrik Geidt, der hier ausschließlich eigene Kompositionen anmoderierte. (...)Seine meistens um das Thema Liebe kreisenden, oft erfreulich bluesigen Songs gestalten sich höchst abwechslungsreich und hielten auch kritischen Ohren stand. Kein Wunder bei der kompetenten Präsentation: Geidts angenehm timbrierter Stimme fehlte es nicht an tragendem Schmelz; sein Klavierspiel bildete die ideale Ergänzung und Grundlage - auch für Burkhard Hornauers mit festem Ton geerdete, rundum musikalische Fantasien mit dem Tenorsaxofon. (...) Keine Überraschung war hingegen die einmal mehr grundsolide Rhythmusarbeit des Dritten im Blue-Tongue-Bunde, des Kontrabass-Profis Jörg Jenner."