Mittwoch, 16. November 2011

Saarbrücker Zeitung vom 16.11.2011

Saarbrücken. Was gibt es Besseres, als die Blaue Stunde mit entspannender Musik und anregenden Gesprächen zu füllen? Wer nach der Arbeit oder dem Einkaufen nicht gleich nach Hause hetzen will, kann jeden zweiten Montag eines Monats in der Mainzer Straße 78 einen Zwischenstopp einlegen. Mit seiner gemütlichen Lounge-Atmosphäre ist das Nebenzimmer des Hotels Kaiserhof eine Ruheinsel im hektischen städtischen Treiben - hier treffen Singer/Songwriter der saarländischen Szene auf ein aufmerksames Publikum, das sich gerne überraschen lässt.

Wie am Montag, als Henrik Geidt und Michael Riehm auftraten. Henrik Geidt konnte gleich drei Premieren feiern: Erstens holte er bisher nie veröffentlichte Lieder aus der Privatschatulle, trat zweitens zum ersten Mal mit dem Gitarristen Guido Allgaier auf und griff drittens erstmals selbst in die Gitarrensaiten anstatt auf die Tasten des Pianos. Das Öffnen der Schublade hat sich absolut gelohnt, denn Geidt verzauberte sein Publikum mit wunderbaren poetischen Texten, zum Beispiel mit einer Hommage an den Winter ("der Sommer wird gnadenlos überschätzt") oder mit einem Wehmutssong über die verlorene große Liebe. (...) kjs

Saarbrücker Zeitung vom 16.11.2011

Freitag, 23. April 2010

CD Präsentation SZ 22.04.2010

Saarbrücken. Können ist das eine. Selbiges an potentielle Klienten zu bringen, etwas anderes. Der saarländische Jazzsänger Henrik Geidt beherrscht beides. Vor einigen Jahren erschien der Nachfahre jener fast ausgestorbenen Zunft der Barpianisten und Crooner in der Blue-note-Landschaft - und zieht seitdem konsequent sein Ding durch. Eifrig bespielt Geidt hiesige Kleinbühnen und legt nun bereits die dritte CD vor. „Tarnen Tricksen Täuschen“, im Saarbrücker GuMa-Studio aufgezeichnet, enthält wieder ausschließlich Songs aus eigener Feder und wurde am Sonntag vorgestellt. Dass der Jazzclub im Domicil Leidinger nur sehr dünn besucht war, konnte Geidt weder von guter Laune noch Tatendrang abbringen – heiter führte er durch einen ebenso leichten wie gehaltvollen Abend. Geidts Konzept mit in Fantasie- und Bilder-reicher Sprache formulierten Texten zwischen bodenständigen Lebensweisheiten, Ironischem und Sentimentalem ging auf. Und wenn der Autor mal nicht sehr tief schürft, wurde das sogleich auch noch charmant thematisiert. Gesanglich hat Geidt über die Jahre stetig zugelegt, sein Stil der leisen Töne zeigt Geschmack und Klasse und ist weit von den großspurigen Manierismen etwa eines Roger Cicero entfernt. Und schließlich sind die dezent ohrwürmigen Melodien bei der aktuellen Truppe von Geidt (E-Piano) in besten Händen: Ein kompaktes Klangbild auf sicherem Rhythmusfundament - dank Dauermitstreiter Jörg Jenner (Kontrabass) und dem stringent trommelnden Hendrik Schneider groovte es hier anregend samtpfötig zwischen Swing, Latin-, Tango-Feeling und sehr zurückhaltend Rockig-Funkigem. Als ideale Partner empfahlen sich auch der „deutsche Toots Thielemanns“ Jens Bunge (Mundharmonika) und Arnulf Ochs, ein Gitarrist mit Händchen für die goldrichtigen Töne. Stefan Uhrmacher, Saarbrücker Zeitung

Montag, 15. Februar 2010

Neue CD von Henrik Geidt 18.06.2009

Eine wirkliche Marktlücke hat er wohl kaum aufgetan, bislang noch nicht – in unserer Region ganz sicher aber eine Nische gefunden. Henrik Geidt hat jene beinahe vergessene Kunstform des Barmusikers wieder entdeckt, der unaufgeregt in die Klaviertasten greift und ebenso unprätentiös singt. Der Saarländer ist ein Könner des lässig jazzigen Belcantos. In der Ära des Swing wurde sowas Crooning genannt. Während berühmte Crooner à la Bing Crosby und Frank Sinatra sich von ausgewachsenen Orchestern begleiten ließen, ist Geidt Chef der Combo BlueTongueClub, mit der er nun die zweite CD „Ein neuer Tag, ein neues Glück“ (Label BlueTongueClub) vorstellt. Einmal mehr ist Edelzunge Geidt sein eigener Komponist und Poet. Wie das Titel spendende, griffige Eröffnungslied bereits verrät, hat er neuerdings seine Muttersprache entdeckt und somit auch das Terrain des deutschsprachigen Chansons erobert. Unaufdringlich schlängeln sich die Melodien in die Gehörgänge, um sich nicht selten einzunisten – ähnlich die augenzwinkernd leisen Texte. Melancholisch belächeln sie das Leben und Überleben des Homo Geidtensis hier und heute. Eine kräftige Dosis Blue-notes extra auf der hörenswerten Scheibe spendet Mundharmonika-Crack Jens Bunge. Gemeinsam mit Christine Schyma, Patrick Schnur (BlueChipsChor) und Heiner Franz (Gitarre) unterstützt er die BlueTongue-Mitstreiter Burkhard Hornauer (Saxofon) und Jörg Jenner (Kontrabass). Stefan Uhrmacher, Saarbrücker Zeitung

Montag, 29. Juni 2009

Konzertbesprechung 29. Juni 2009 SZ

Blue Tongue Club spielte deutsche Chansons im leichten Jazz-Gewand
Gelungenes Konzert mit augenzwinkerndem Tiefgang

Riegelsberg. Die überaus passende Musik für einen lauen Sommerabend lieferten am Freitagabend die Band Blue Tongue Club in der Riegelsberger Rathausgalerie. Mit selbst komponierten und getexteten deutschen Chansons und der Unterstützung von Heiner Franz, Hendrik Schneider und Jens Bunge, die den Abend gemeinsam mit der Kombo in ein sommerleichtes Jazzkleid hüllten, spielten sie ein gelungenes Konzert. Alltägliche und historische Stoffe wie Geld, Liebe, Glück, Sex und Selbstüberschätzung präsentierte Sänger und Komponist Henrik Geidt stets mit einem Augenzwinkern.

So sang er vom Wunsch des Mannes, der Held einer Frau zu sein, von der Finanzkrise, historischen und notorischen Besserwissern und der Unheimlichkeit des Glücks, um zu den Erkenntnissen zu kommen: "Hinterher ist man immer schlauer", "Alle Straßen führen nach Haus'" und "Wir bleiben lieber sexy und sind dabei arm". Fröhliche Lebensweisheiten, die heiter bis nachdenklich stimmten, erinnerten in der Art des Vortrags das ein oder andere Mal an aktuelle deutsche Jazzgrößen wie Roger Cicero.

Dienstag, 13. Mai 2008

the storm is over

Es gibt sie zur Genüge, jene hyperaktiven Sänger, stets auf dem Sprung zur Koloraturen-geschwängerten Vokal-Akrobatik und auf der Suche nach dem pechschwarzen Timbre. Das alles ficht Henrik Geidt, Chef des saarländischen Trios „Blue Tongue Club“, nicht an. Unter Verzicht auf publikumswirksame Verrenkungen bringt der Jazzpianist sein sonores Organ auf coole und unverfälschte Art und Weise zum Klingen - und ruft damit Erinnerungen an die vermeintlich längst ausgestorbene Spezies der Barmusiker und Barjazzer wach. Anstelle der in jenen Kreisen stets griffbereiten Evergreens, Klassiker und Jazzstandards interpretiert Geidt auf der Blue-Tongue-Club- Debüt-CD „The storm is over“ nun jedoch gediegene Songs ausschließlich aus eigener Feder. Sie warten mit zahlreichen eingängigen Melodien auf und kreisen kurzweilig rund ums Thema Nummer Eins, von „Adam and Eve“ bis hin zum (Beziehungs-)Stress unserer Tage („Under Pressure“). Mit der in Eigenregie produzierten, entspannten Hommage an die goldene Ära der Entertainer sollte es für den Edel-Crooner und seine kompetent jazzenden Begleiter Johannes Müller (Tenorsaxofon) und Jörg Jenner (Kontrabass) ein Leichtes sein, ein fähiges Schallplatten-Label zu finden. Stefan Uhrmacher,
Saarbrücker Zeitung

Montag, 21. April 2008

Saarbrücker Zeitung 21.04.2008:
"Los gings im Stil klassischer Entertainer: Beim Trio „Blue Tongue Club“ keimte Barjazz-Atmosphäre längst vergangener Jahrzehnte. Mit sonorem Timbre spannte Sangesmann Henrik Geidt (Klavier) einen weiten Bogen von „Adam and Eve“ bis hin zum Stress unserer Tage („Under Pressure“). Nicht wenige der kunstvoll gestrickten Songs – allesamt aus Geidts Feder - ließen gediegene Hitqualitäten erkennen. Jörg Jenners zuverlässige Kontrabass-Linien und die zupackenden Soli Burkhard Hornauers (Saxofon) machten das swingende Hörvergnügen komplett." uhr

Mittwoch, 6. Februar 2008

Saarbrücker Zeitung 30.01.2008

Ausschnitt Saarbrücker Zeitung 30.01.2008, (Stefan Uhrmacher)
Blaue Zungen servieren perlende Blue-notes
"Kreativer Kopf von Blue Tongue ist Henrik Geidt, der hier ausschließlich eigene Kompositionen anmoderierte. (...)Seine meistens um das Thema Liebe kreisenden, oft erfreulich bluesigen Songs gestalten sich höchst abwechslungsreich und hielten auch kritischen Ohren stand. Kein Wunder bei der kompetenten Präsentation: Geidts angenehm timbrierter Stimme fehlte es nicht an tragendem Schmelz; sein Klavierspiel bildete die ideale Ergänzung und Grundlage - auch für Burkhard Hornauers mit festem Ton geerdete, rundum musikalische Fantasien mit dem Tenorsaxofon. (...) Keine Überraschung war hingegen die einmal mehr grundsolide Rhythmusarbeit des Dritten im Blue-Tongue-Bunde, des Kontrabass-Profis Jörg Jenner."